KTH - Royal institute of technologie

 

X-fix als Alternative zur Schraubverklebung – Neue Studienergebnisse aus Stockholm

Eine aktuelle Masterarbeit der Königlich Technischen Hochschule Stockholm (KTH) zeigt erstmals mit konkreten Messdaten: Mechanische Schubverbinder vom Typ X-fix können die aufwendige Schraubleimtechnik ersetzen – zumindest dort, wo es am häufigsten gebraucht wird: bei großen Holzstützen unter Druckbelastung.

Hintergrund

Große Brettschichtholzquerschnitte, die über die übliche Fertigungsbreite hinausgehen, werden heute durch Schraubleimen gefügt. Das Verfahren ist zuverlässig, aber teuer und zeitaufwendig: Es braucht kontrollierten Kleberauftrag, Aushärtezeiten und synthetische Klebstoffe, die weder ökologisch noch gesundheitlich ideal sind. Dazu kommt: Was einmal verklebt ist, lässt sich kaum mehr trennen oder wiederverwenden.

Was die Studie zeigt

Die KTH-Forscher haben X-fix Verbinder unter Schub- und Biegebelastung getestet und in Knickberechnungen eingesetzt. Das Ergebnis für Drucksäulen ist überzeugend: Das System erreicht 89 bis 91 % der Tragfähigkeit eines vollverklebten Querschnitts. Dabei versagen die Verbinder selbst nicht zuerst – das Bauteil knickt global, was ein planbares und gutmütiges Tragverhalten bedeutet.

Warum das relevant ist

Wo heute eine schraubleimte Stütze geplant wird, könnte künftig ein mechanisch gefügter X-fix-Querschnitt mit etwas mehr Holzquerschnitt dieselbe Aufgabe übernehmen – ohne Kleber, mit kürzerer Montagezeit und mit der Möglichkeit, das Bauteil später wieder zu trennen. Gerade für zirkuläres Bauen und rückbaubare Holzkonstruktionen ist das ein echter Schritt nach vorne.

Ausblick

Die Studie ist eine Grundlagenarbeit und liefert noch keine Werte, die direkt nach Eurocode bemessen werden können. Für den breiten Einsatz braucht es weitere Versuche und eine bauaufsichtliche Zulassung. Die Ergebnisse zeigen aber klar: Der X-fix hat das Potenzial, die Herstellung großer Holzstützen wirtschaftlicher, nachhaltiger und flexibler zu machen.

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